Gesellschaft

Sie finden hier keine Begriffsdefinitionen sondern stichwortartig Haltung aus der
Sicht von Comeros zu inhaltlichen Aspekten dieser Begriffe. Für die Definition
der Begriffe verweisen wir Sie auf Wikipedia und andere enzyklopädische
Nachschlagewerke. 

Doppelmoral

Das Prinzip der Doppelmoral (Bigotterie) ist der für patriarchale Gesellschaften
typische widersprüchlich-ambivalente Umgang mit den Ansprüchen normativer Ethik.
Die Funktionsweise der Doppelmoral ist einfach: Ethische Grundsätze und demokratische
Entscheide werden nach aussen hin formal anerkannt und verteidigt und gleichzeitig
– in stillem Einvernehmen - grundsätzlich nicht eingehalten und gegebenenfalls
legalistisch umgangen.

Das Prinzip dient dazu zwei Rechtssysteme zu schaffen:

ein de jure-Recht für den Machtlosen und ein de facto-Recht für den Machthabenden.

Die Doppelmoral ist heute in sämtlichen Bereichen eines der grössten Probleme der
patriarchal geprägten Gesellschaften.

Doppelmoral ist eng mit Macht verbunden und ein äusserst wirksames Mittel zu deren
Ausübung.

Der Ursprung des Prinzips Doppelmoral geht zurück auf die Aneignung der Macht
des Mannes über die Frau und ist anderseits mit der Emanzipation der Frau verknüpft.
Als die Frau Gleichstellung zu beanspruchen begann, hat sich der Mann dieser
Forderung dadurch entzogen, dass er für beide Geschlechter ethische Normen aufstellte,
an die er sich bloss vordergründig bzw. stillschweigend nicht zu halten beabsichtigte.
Nicht von ungefähr zeigt sich die Doppelmoral besonders ausgeprägt.im Umgang mit
der Sexualität und in den Einstellungen zu dieser.

Während sich der Mann die Freiheit zur sexuellen Betätigung vorbehielt, verweigerte
er diese der Frau um sie gleichzeitig doch wieder von dieser einzufordern. Der Mann
verlangt von der Frau sexuelle Hingabe. Gibt sie sich ihm hin, ächtet er sie. Im
gesamten Umgang mit und in allen Einstellungen zur Sexualität ist das verlogene
Janusgesicht der Doppelmoral omnipräsent. Die Widersprüchlichkeit zeigt sich

- im Verhältnis zwischen Mann und Frau
- im projektiven Umgang des einzelnen mit seiner eigenen Sexualität
- in der gesellschaftlichen Thematisierung der Sexualität (Medien)
- im kulturellen Umgang mit der Sexualität (Mode, Kunst, Pornographie)
- im gesellschaftlichen Umgang mit sexuellen Minderheiten (Homosexualität)
- im gesellschaftlichen Umgang mit sexuellen Übergriffen (Pädophilie und andere
  Gewaltverbrechen)

Anderseits ist die Ambivalenz der Doppelmoral durchaus auch die Voraussetzung für das,
was gemeinhin mit 'Erotik' oder 'erotischer' Spannung bezeichnet wird. Damit ist sie auch
ein wesentliches kulturelles Element, beispielsweise der Doppelbödigkeit der bildenden
Kunst.

Das Modell der Ambivalenz der Doppelmoral durchzieht mehr und mehr sämtliche
gesellschaftlichen Bereiche und die Ausprägung ihres Vorkommens ist ein Indikator für
den Wertezustand einer Gesellschaft. Je weniger das juristische Recht mit dem
faktischen Recht übereinstimmt, umso grösser ist der Wertezerfall einer Gesellschaft.
Die Doppelmoral zeigt sich beispielsweise

- im Widerspruch zwischen privater und geäusserter Meinung (z.B. Umgang mit gesell-
  schaftlichen Minderheiten, Rassimus)
- in der Verrechtlichung des vertraglichen Umgangs (Beweisbarkeit anstelle von Ehrlichkeit)
- in der Politik (Absichtserklärungen zum Erreichen politischer Ziele)
- in der Wirtschaft (Erfolg als absolute moralische Legitimation ohne Nachfrage wie er
  erlangt wurde)

Geschichte -
die Welt als Märchen und Mythen

Geschichte sagt sehr viel und jedenfalls mehr über die Gegenwart aus, als über die
Vergangenheit. Nichts auf dieser Welt ist so, oder war je so, wie es vorgibt oder vorgab
zu sein.

Unser ganzes Weltbild ist vollkommen trügerisch und abhängig von zahllosen
"Gegebenheiten“, gesellschaftlichen Notwendigkeiten und Faktoren, die uns kaum
oder meist nur mehr oder weniger bewusst sind.

Es gibt keine Geschichte oder geschichtliche „Forschung“, sondern bloss das Sammeln
von Relikten, fragmentarischen Zeugnissen, archäologischen Bruchstücken, die zu jeder Zeit,
von jeder Gesellschaft auf ihre je eigene Weise interpretiert und als Projektionsflächen
für ihre je eigenen ordnenden Vorstellungen verwendet werden. Ähnlich einem Mosaik,
dass immer wieder neu aus den gleichen Steinen zusammengesetzt wird, immer wieder
mit anderen Präferenzen, mit anderer Anordnung: mal kleine Steine zusammen, mal
grosse Steine oben, blaue Steine hier, rote Steine dort. Tatsächlich findet in der Gesellschaft
eine laufende Umdeutung, Umwandlung der Bewertung geschichtlicher „Fakten“ statt.
Je weniger in der Gesellschaft diese Umwandlung von Geschichte stattfindet, desto mehr
steigt ihr mythologischer Wert.

Die Mächtigen dieser Welt, die uns die "ewige“ Ordnung der Dinge vorgaukeln, spinnen
und weben an dieser, ihrer Ordnung, um uns zu beherrschen, um ihr Überleben auf Kosten
anderer zu sichern, um ihre je eigenen Ziele zu erreichen, um sich auf unsere Kosten zu
bereichern. Die Geschichte in ihrer ganzen Beliebigkeit wird dadurch zum dogmatischen
Beweis der Ordnung in ihrer ganzen Beliebigkeit.

Und wo die Mächtigen in Beweisnotstand fallen, füllen sie das Vakuum durch bedrohliche,
nicht weiter zu begründende oder hinterfragende, ebenso beliebige religiöse Vorstellungen
und Riten aus, die zu mythologischen Dogmen an der Stelle nicht vorhandener geschicht-
licher Rudimente treten.

Für das Überleben des Individuums in jeder Gesellschaft wesentlich, ist die Unterordnung
unter deren Dogmen. Es sei denn, die List ist da, sich dieser zu entziehen oder die Kraft,
diese nach eigenen, anderen Vorstellungen zu ändern.

Gleichstellung

Hinter der sogenannten "Gleichstellung der Geschlechter" steht die Idee, dass die Frau
dem Mann gleichgestellt werden soll. Konkret soll die Frau die gleichen gesellschaftlichen
(Gleichstellung in der Familie) und wirtschaftlichen Möglichkeiten (Gleichstellung im Erwerbs-
leben) "erreichen", wie diese für den Mann selbstverständlich sind.

Die in der Bundesverfassung verankerte Idee – Mann und Frau sind gleichberechtigt –
ist zweifellos richtig, aber sie geht von der falschen Voraussetzung aus, dass unsere
Gesellschaft bezüglich des Geschlechts wertneutral ist.

Sie verkennt damit, dass unsere Gesellschaft von Geschichte, Tradition und Organisation
her patriarchal organisiert ist.

Effektive Gleichstellung würde dem gegenüber bedeuten, dass auch geschlechtsspezifische,
"typisch" weibliche Eigenschaften wie soziale Kompetenz,
Risikoabwägung, Selbst-
bescheidung, Konsens- und Konfliktfähigkeit, den "typisch" männlichen Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen, Risiko- und Aggressionsbereitschaft, Selbstsicherheit, Dele-
gationsneigung usw. gleichgestellt würden.

Dass dies in keiner Weise der Fall ist und sein soll, liegt auf der Hand und gilt als
gesellschaftliche Selbstverständlichkeit (siehe auch "Frau & Macht"). Frauen haben sich
nach wie vor grundsätzlich diesem patriarchalen Selbstverständnis anzupassen, falls sie
"erfolgreich" sein wollen. Das geht bis hinunter zu der Kleiderordnung, die den männlichen
Vorstellungen der gesellschaftlichen Ordnung zu entsprechen haben (z. B. dunkle Hosen-
anzüge bei Bankfachangestellten).

Für die Zukunft unserer Gesellschaft und der ganzen Menschheit ist es von vitaler Bedeutung,
dass dieser Ausgleich zwischen "männlichen" und "weiblichen" Eingenschaften zustande
kommt, dass anstelle der Macht der Konsens tritt.

Ideologie

Denken ist immer auch Ideologie.

Es gibt im menschlichen Denken keine ideologiefreien Räume. Auch der cartesische Satz
"Ich denke, also bin ich" ist eine ideologische Aussage welche die Existenz (das Sein)
durch den Prozess (das Denken) stipuliert. Jede Form menschlicher Kommunikation beruht
auf Annahmen und Wertvorstellungen. Zwischenmenschliche Kommunikation - sofern wir
diese als existent voraussetzten - ist nur auf der Basis ideologischer Grundsätze möglich.

"Ideologiefreiheit" ist lediglich Ausdruck eines nicht hinterfragten aber dennoch nicht
weniger ideologischen gesellschaftlichen Selbstverständnisses, das häufig Tabucharakter
annimmt.

Die Ausformung einer Ideologie, die Auseinandersetzung mit ihr und die praktische
Umsetzung ist für den denkenden Menschen eine zwingende Aufgabe zur Gestaltung der
Gesellschaft. Wer nicht Ideologien gestaltet, wird durch Ideologien gestaltet.

Die Ausformung einer verbindlichen Ideologie ist für uns nur dann annehmbar, wenn sie
sich auf Grundsätze beschränkt,

- die für alle Menschen nachvollziehbar sind (naturwissenschaftliche Grundsätze);

- welche die Existenz und die Erhaltung der menschlichen Rasse auf der Grundlage der
  sie nährenden Erde und im Gleichgewicht mit dieser bejaht;

- welche die Freiheit, Gleichheit und Geschwisterlichkeit aller Menschen anerkennen.

Multikultur, Mulitkulturalität










 

Der Begriff ist in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts unter dem Einfluss
der wachsenden Migration vorallem aus aussereuropäischen  Ländern geprägt
und mit dem politischen Schlagwort der „multikulturellen Gesellschaft“ verankert
worden.


Die multikulturelle Gesellschaft als Idealvorstellung, beruhend auf gegenseitigem
Verständnis, auf Achtung und Toleranz, jedoch ohne gegenseitige Assimilation
innerhalb eines gemeinsamen staatlichen Rechtssystem ist kaum realisierbar.
Da zumindest alle Weltreligionen, als Hauptträger und Vermittler der Kultur,
patriarchal geprägt sind, streben sie immanent, streben ihre Verfechter in jedem
Fall nach Vormacht und Durchsetzung ihres je eigenen Wert- und Rechtssystems.
Das hat in der ganzen bisherigen menschlichen Geschichte in jedem Fall und unter
allen Bedingungen zu mehr oder weniger offen ausgetragenen Konflikten geführt.

Im besten Fall führen diese Konflikte zu regionalen Aufteilungen (Religiös geprägte
Regionen, Sprachregionen), im schlechten Fall zu Ghettoisierungen und Parallel-
gesellschaften, was wiederum zur Unterhöhlung des übergeordneten Rechtssystems,
zu mafiaähnlichen Rechtsstukturen und Willkürherrschaft führt.

Voraussetzung für die Realisierung einer multikulturellen Gesellschaft, wäre die
bedingungslose Unterordnung ihrer Teilkulturgesellschaften unter die Universalität
und Unteilbarkeit der Menschenrechte (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte
UN-Resolution 217 A (III) vom 10.12.1948
). Obwohl von den meisten Staaten der
Welt formal anerkannt, halten sich materiell die wenigsten Länder und die wenigsten
Teilgesellschaften an diese Prinzipien (Siehe Doppelmoral, Bigotterie).

Da der Begriff der Mutikulturalität heute politisch nicht mehr opportun ist, ist er in
letzter Zeit missverständlicherweise durch den Begriff Transkulturalität ersetzt
worden, obwohl dieser Begriff eigentlich das Gegenteil von Mulitkulturalität bedeutet.

Transkultur, Transkulturalität

Transkulturaliät bedeutet das verschmelzen verschiedener Kulturen zu einer neuen
Kultur und ist in keiner Weise ein neuer Begriff für Multikulturalität.

Bedeutende Beispiele für Transkulturalität finden sich in der amerikanischen
Hemisphäre in der Verschmelzung afrikanischer und westeuropäischer Kulturen
(z.B. Jazz, afroamerikanische Religionen wie Voodoo, Santeria usw.).

Transkulturalität ist meist unauffällig, weil sie ja, per Definition, auf ein durch sie
entstehendes neues (immanentes) Selbstverständnis hindeutet.

Allerdings, illusionslos betrachtet, bedeutet Transkulturalität in den meisten Fällen
kulturelle Verschmelzung mit gleichzeitiger Unterordnung einer Kultur unter eine
andere.

Übervölkerung

Es ist offensichtlich, dass die Ressourcen unseres Planeten beschränkt sind und zur
Neige gehen, ob Erdölreserven oder die für die natürliche Artenvielfalt notwendigen
Waldflächen, ob die zum Anbau notwendigen Getreideflächen, oder die Frischwasser-
Ressourcen.

Dem gegenüber steht ein exponentielles Wachstum der Erdbevölkerung. Tatsächlich
lässt sich die Verdoppelung der Erdbevölkerung  mittels einer einfachen Faustformel
t2 = 70 : p berechnen, wobei t2 die Verdoppelungszeit und p der jährliche Wachstums-
prozentsatz bedeutet. Bei einer derzeitigen geschätzten Wachstumsrate von jährlich
1.2% wird sich demnach die Weltbevölkerung in nur 58 Jahren von derzeit 6.6 auf
13.2 Milliarden Bewohner verdoppelt haben.

Wird zudem berücksichtigt, dass sich der Lebensstandard der zweiten und der dritten
Welt wesentlich verbessert - was selbstverständlich wünschenswert ist und schon teil-
weise in Indien und China der Fall ist -, liegt es auf der Hand, dass die Nutzung der
Ressourcen neu verteilt
werden muss, wenn wir Auseinandersetzungen von noch nie
gesehenem Ausmass um deren Nutzung vermeiden wollen.

Dennoch kann es nicht das Ziel der Menschheit sein, einer rasant wachsenden Zahl
von Menschen entsprechend immer schlechtere, schneller schrumpfende Lebens-
bedingungen
zu bieten.
Ganz abgesehen von den damit verbundenen Folgen von
Hunger, Armut, Mangelerscheinungen, ökologische Probleme, der schnelle Ausbreitung
von Epidemien und wirtschaftlicher Stagnation.

Wohl kann dem gegenüber argumentiert werden, wachsender Hunger, Arbeitslosigkeit
und Artensterben in der Welt seien die Folge gesellschaftspolitischer Fehlleistungen
(asymmetrische Handelsbeziehungen, Abschaffung sich selbst versorgenden Wirtschaf-
tens
, Forcierung von Monokulturen usw.) und somit nicht Resultat, sondern Ursache
des Bevölkerungswachstums. Nur gleicht diese Logik der Katze, die sie sich in den
Schwanz beisst.

Umgekehrt liegt es auf der Hand, dass die globalen Umwelt- und Verteilungsprobleme
in erster Linie durch den Rohstoffverbrauch und Emmissionsausstoss in den Industrie-
ländern ausgelöst werden, deren Bevölkerung kaum wächst. Tatsächlich sind die In-
dustrieländer mit Abstand die Hauptverursacher des Raubbaus an den Ressourcen,
seien das nun an fossile Brennstoffe, durch die Emission ozonschädigender Stoffe,
durch Haus- und Industriemüll, Fleischproduktion und Abholzung.

Allein, Verbrauchsreduktion durch Nachhaltigkeit in den Industrieländern allein genügt
nicht, um den Zusammenbruch der Lebensgrundlagen der Weltbevölkerung zu vermeiden
oder mindestens hinauszuschieben. Erst wenn das Bevölkerungswachstum stabilisiert
wird, können Massnahmen zur Reduktion der Umweltbelastung greifen.

Wo die Grenzen der Weltbevölkerung liegen, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
jährliche relative Zuwachsrate, Rohstoffreserven, Energiebeschaffung und Umwelterhaltung,
Nachhaltigkeit und medizinische Versorgung, Technologische Entwicklung.

 Gefordert sind:

-
Einschränkung des Lebenstandards durch Nachhaltigkeit in den Industrie-
  ländern;
-
 Förderung des Lebensstandards in der zweiten und dritten Welt
- Förderung ökologischer Technologien
-
Förderung der regionalen Selbstversorgung
-
Förderung der reziproken Migration zwischen hoch- und schwachindustrialisierten Länden
- Förderung der Adoption. Die Adoption soll so leicht möglich sein, wie die Zeugung.
-
Wirkungsvolle Geburtenkontrolle

 

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