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Wahrheit und Plausibilität
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Es gibt keine Wahrheit.
Wahrheit ist ein semantischer Begriff, der durch seine Absolutheit einen
Widerspruch in sich selbst bildet. Wahrheit ist immer relativ. Er bezieht sich
immer
und
ausschliesslich auf ein in sich geschlossenes ("Wahr"nehmungs-)System.
Aus diesem Grund wird in der Naturwissenschaft der Begriff nicht verwendet.
An seine Stelle tritt der Begriff der Plausibilität, der sich aus der
naturwissen-
schaftlichen induktiven oder empirischen Beweisführung ergibt.
Wahrheit gibt es nicht, Plausibilität hingegen schon!
Plausibilität ist quasi eine vorläufige "Wahrheit" bis allenfalls das Gegenteil
dieser "Wahrheit" bewiesen werden kann. Es ist der Unterschied des Agnostikers
zum Atheisten. Der Agnostiker zweifelt, er sagt "Ich weiss nicht, ob es Gott
gibt",
der Atheist sagt "Es gibt keinen Gott". Der eine relativiert, der andere
verabsolutiert.
Allgemein verbindliche Grundsätze können immer nur den Charakter von
Plausibilitäten haben. Nie sollte der Absolutheitsanspruch einer "Wahrheit" an
die
Stelle einer Plausibilität treten.
Eine der schlimmsten Sünden jedes ideologischen und politischen Systems ist es
"Wahrheiten" an Stelle von Plausibilitäten zu setzen.
Relativität sollte ein Grund-
anspruch eines ideologischen Systems sein, d.h. das
System soll nur für den und
wirklich nur für den verbindlich sein, der sich in voller Freiheit für dieses
ent-
scheidet.
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