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Der
ursprünglich von
Wilhelm Reich 1936 geprägter Begriff ist in den späten
Sechziger Jahren
des 20. Jahrhunderts zum Schlagwort und Programm geworden.
Die "Sexuelle Revolution" zielte
auf die Befreiung von jeglichen Zwängen bezüglich
der sexuellen Betätigung ab
und hat letztlich in Westeuropa und den USA zu
grosszügigen Liberalisierungen
der Gesetzgebung im Sexualbereich geführt
(Individualisierung der sexuellen
Betätigung, Legalisierung von Pornografie,
Homosexualität und Prostitution).
Diese Legalisierungen - obwohl notwendig und sinnvoll - haben allerdings wenig
Einfluss auf das tatsächliche sexuelle Verhalten und die nach aussen getragene
gesellschaftliche Einstellung zur Sexualität gezeigt.
Nach wie
vor gilt alles als "unsittlich", was sich ausserhalb des im versteckten
ausgeübten monogamen heterosexuellen Modell der Sexualität abspielt.
Die
"Sexuelle Revolution" hat damit ihre Ziele weitgehend verfehlt und im
Rahmen der patriarchalen Gesellschaft lediglich zu einer noch nie da gewesenen
Kommerzialisierung der Sexualität (Pornographie, Prostitution), mithin zum
Gegenteil der angestrebten Ziele geführt.
Der
Fehlschluss lag ganz einfach darin, dass freie Sexualität zwingend eine
absolute Gleichberechtigung der Geschlechter und der differenzierten geschlechts-
spezifischen
Rollen voraussetzt. Eine Voraussetzung die in patriarchalen
Gesell-
schaftsordnungen
mit ihrer Unterordnung der Frau unter den Mann, weiblicher
Prinzipien unter
männliche Prinzipien, nie gegeben sein kann.
Dennoch ist es äusserst wichtig für die erreichten gesetzlichen
Liberalisierungen
einzutreten und diese weiter zu verfolgen. diese erworbenen Rechte sind heute
seitens restaurativer patriarchal-fundamentalistischer und neoreligiöser Kreise
auf der ganzen Welt wieder unter stärkstem Beschuss.
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