Sexualität

Sie finden hier keine Begriffsdefinitionen, sondern stichwortartig Haltung aus der
Sicht von Comeros zu inhaltlichen Aspekten dieser Begriffe. Für die Definition
der Begriffe verweisen wir Sie auf Wikipedia und andere enzyklopädische
Nachschlagewerke. 

Befreiung der Sexualität

Die sogenannte sexuelle Revolution der 70er Jahre, mit ihrem traurigen Resultat
einer gigantischen patriarchalen Kommerzialisierung der Sexualität auf der einen
Seite und anderseits ihrer daraus entstehenden partriarchalen und reaktionären
Bewegungen wie etwa Otto Mühls’s AAO sind der beste Beweis dafür, dass auf-
grund der bestehenden Strukturen jede "Befreiung" der Sexualität ohne kompro-
misslose Gleichstellung der Geschlechter zwangsläufig zu neuen, wiederum patri-
archalen Abhängigkeiten führen müssen.

Partnerschaftliche Beziehung zwischen Mann und Frau und eine echte Befreiung
der Sexualität sind aus unserer Sicht nur über grundsätzliche Änderung der Macht-
verhältnisse zwischen Mann und Frau zu erreichen. Das heisst, zuvor gilt es die
bestehenden männlichen Hierarchie- und Machtstrukturen so weit wie möglich
zugunsten weiblicher flacher Konsens-Strukturen zu verändern. Im Rahmen der
derzeitigen gesellschaftlichen Situation bedeutet das nichts anderes als konse-
quent feministische Politik.

Anderseits sind wir der Überzeugung, dass die - durchaus weiblichen - archaischen
Kräfte von Lust und Sexualität - richtig eingesetzt - auf dem Weg zu einer partner-
schaftlichen Gesellschaft durchaus wirkungsvoll eingesetzt werden können. Sexua-
lität ist in der patriarchalen Gesellschaft nach wie vor tatsächlich ein Tabu mit vielen
Gesichtern (und Fratzen), das es zu durchbrechen gilt, denn diese Tabu dient
letztlich in erster Linie der Unterdrückung und Ausbeutung der Frau.

Wir sind überzeugt, dass es neuer intelligenter Ansätze im Umgang mit der
Sexualität bedarf, um unsere Gesellschaft hin zu mehr Gerechtigkeit und Har-
monie mit der Umwelt bedarf.

Sexuelle Revolution










 

Der ursprünglich von Wilhelm Reich 1936 geprägter Begriff ist in den späten
Sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts zum Schlagwort und Programm geworden.
Die "Sexuelle Revolution" zielte auf die Befreiung von jeglichen Zwängen bezüglich
der sexuellen Betätigung ab und hat letztlich in Westeuropa und den USA zu
grosszügigen Liberalisierungen der Gesetzgebung im Sexualbereich geführt
(Individualisierung der sexuellen Betätigung, Legalisierung von Pornografie,
Homosexualität und Prostitution).

Diese Legalisierungen - obwohl notwendig und sinnvoll - haben allerdings wenig
Einfluss auf das tatsächliche sexuelle Verhalten und die nach aussen getragene
gesellschaftliche Einstellung zur Sexualität gezeigt.

Nach wie vor gilt alles als "unsittlich", was sich ausserhalb des im versteckten
ausgeübten monogamen heterosexuellen Modell der Sexualität abspielt.

Die "Sexuelle Revolution" hat damit ihre Ziele weitgehend verfehlt und im
Rahmen der patriarchalen Gesellschaft lediglich zu einer noch nie da gewesenen
Kommerzialisierung der Sexualität (Pornographie, Prostitution), mithin zum
Gegenteil der angestrebten Ziele geführt.

Der Fehlschluss lag ganz einfach darin, dass freie Sexualität zwingend eine
absolute Gleichberechtigung der Geschlechter und der differenzierten geschlechts-
spezifischen Rollen voraussetzt. Eine Voraussetzung die in patriarchalen Gesell-
schaftsordnungen mit ihrer Unterordnung der Frau unter den Mann, weiblicher
Prinzipien unter männliche Prinzipien, nie gegeben sein kann.

Dennoch ist es äusserst wichtig für die erreichten gesetzlichen Liberalisierungen
einzutreten und diese weiter zu verfolgen. diese erworbenen Rechte sind heute
seitens restaurativer patriarchal-fundamentalistischer und neoreligiöser Kreise
auf der ganzen Welt wieder unter stärkstem Beschuss.

 

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