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Die
politische
Vereinnahmung der
Evolutionstheorie
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Charles
Darwin war in der Mitte des 19. Jahrhunderts einer der Begründer der
biologischen Evolutionstheorie und wohl bis heute deren berühmtester Vertreter.
Die Theorie der natürlichen Selektion der Arten ist durch seine Nachfolger seit
damals
in den verschiedensten Wissenschaftsgebieten nicht nur bestätigt sondern auch
verfeinert und weiterentwickelt worden.
Zu den Hauptthesen der Evolutionstheorie gehört, dass Evolution immer
stattfindet,
weder auf ein Endziel noch auf einen Endzweck ausgerichtet ist und nicht
umkehrbar
ist. Die Evolution wirkt auf allen Ebenen von Organismen, molekularen Strukturen
bis
hin zum Ökosystem.
Da die Evolution weder auf ein Hauptziel ausgerichtet ist, noch einen Endzweck
hat,
ist sie ganz einfach eine Beschreibung der Bewegung des Universums. Sie
ist wertfrei,
sie ist weder gut noch böse, weil menschliche moralisch-ethische Kriterien
ganz
einfach keine Anwendung auf sie finden können.
Auch das, was wir menschliche Vernunft und Intelligenz nennen, ist
durch nichts
anderes als evolutionäre Prozesse entstanden und wird sich auf Grund
dieser Prozesse
verändern und weiterentwickeln. Falls sich jedoch das Syndrom Vernunft
und das
daraus resultierende Verhalten des Menschen als unangepasst an das
Habitat Erde
erweisen sollte, wir diese Spezies, ganz im Sinne der Evolution, aussterben
und
anderen erfolgreicheren Arten Platz machen.
Tatsächlich sind, seit es Leben gibt, 99 Prozent aller Arten von der Erde
verschwunden.
Das letzte Massenaussterben fand vor etwa 65 Millionen Jahren statt, als die
Dinosaurier und viele andere Lebensformen ausgelöscht wurden. Trotz solcher
Katastrophen hat sich die Anzahl der lebenden Arten stetig erhöht. Allerdings
nimmt
die heutige Aussterberate als Folge menschlicher vernunftgesteuerter
Eingriffen ins
natürliche Ökosystem ständig zu. Da der Mensch dadurch die Erde, sein Habitat,
beschädigt oder gar zerstört, ist anzunehmen, dass die Menschheit durch das
Syndrom Vernunft, so wie es sich heute im Verhalten äussert, aussterben wird.
Das Leben selbst verschwindet dadurch nicht von diesem Planeten.
Trotzdem und fälschlicherweise wird die Evolutionstheorie von den Vertretern des
kapitalistischen Systems stets als Beweis für die Richtigkeit der Ideologie
der freien
Marktwirtschaft missbraucht. Richtig mag zwar sein, dass Wettbewerb als
Survival of
the Fittest sicherstellt, dass in der Marktwirtschaft (ähnlich wie im Krieg)
unter
mehreren Mitbewerbern der Rücksichtsloseste, derjenige der über die meisten
Ressourcen verfügt, hinsichtlich der Profitmaximierung am „erfolgreichsten“ ist.
Aber dabei werden alle anderen letztlich überlebensnotwendigen Faktoren, wie
etwa
Oekologie, Sozialverträglichkeit, Habitatbelastung, usw. ausgeblendet. Die
Profit-
maximierung mag zwar dem Individuum dienen, nicht aber der Spezie.
Die Evolutionstheorie ist taxonomisch und sagt damit nichts über die Entwicklung
des Individuums, sondern über die Entwicklung ganzer Arten aus.
Die gegenwärtige Finanzkrise ist ein ausgezeichnetes Beispiel für dieses
politische
Missverstehen der Evolutionstheorie: Das System hebelte sich durch die
kurzfristige
Profitmaximierung selber aus, es hat sich ganz einfach nicht den tatsächlichen
Umweltbedingungen angepasst. Es hat rundum versagt.
Ein adäquates politisches und wirtschaftliches System, wie wir es mit Comeros
fordern,
muss hingegen zwingend angepasst sein an sämtliche Faktoren die ein
längerfristiges
Überleben in unserem Habitat, also der Erde, gewährleisten.
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